Sous-vide Garzeiten und Temperaturen: Tabelle mit Sicherheitsgrenzen
Sous-vide heißt: Das Essen gart im Beutel im Wasserbad, und die Temperatur des Wassers bestimmt, wie gar es wird. Hier findest du Temperatur und Zeit für die häufigsten Lebensmittel – aus der ausführlichen Gartabelle des Herstellers Allpax1 und den Angaben der Stiftung Warentest23 –, und daneben die Sicherheitsgrenzen. Wo die Quellen auseinandergehen, nennen wir die vorsichtigere Angabe.
Garzeiten-Finder
So liest du die Werte
- Die Wassertemperatur ist die Gartemperatur. Das Essen wird nicht heißer als das Wasser. Deshalb übergart es nicht, wenn es etwas länger im Bad liegt als angegeben.23
- Die Zeit hängt von der Dicke ab, nicht vom Gewicht allein. Je dünner das Stück, desto schneller erreicht der Kern die Temperatur.1 Leg den Beutel erst ins Wasser, wenn es die eingestellte Temperatur erreicht hat1 – ab dann zählt die Zeit.
- Die Werte sind Richtwerte. Allpax schreibt ausdrücklich, dass Fettgehalt und Beschaffenheit die Zeit verändern.1 Die Stiftung Warentest rät, Gerichte mehrmals auszuprobieren.2
Garzeiten im Überblick
| Lebensmittel | Temperatur | Zeit | Quelle und Hinweis |
|---|---|---|---|
| Rindersteak, rosa (4 cm) | 55 °C | 1 h 25 min bis 1 h 30 min | Allpax1, Warentest2; danach anbraten |
| Rindersteak, medium (4 cm) | 60 °C | 1 h 30 min | Allpax1 |
| Schweinefilet (4 cm) | 65 °C | 1 h 30 min | Allpax1; 65 °C laut Studie sicher4 |
| Hähnchenbrust | 70 °C an allen Stellen + 2 min, oder 65 °C | gemessen, oder mindestens 60 min (bis 2,5 cm) | BfR5; Studie4; nach 65 °C rundum anbraten2 |
| Entenbrust | wie Hähnchenbrust | wie Hähnchenbrust | rosa (55 bis 58 °C) nicht risikofrei12 |
| Lachsfilet | 46 bis 50 °C | 20 bis 30 min | Warentest2, Allpax1; nur frischer Fisch |
| Kabeljau | 55 °C | 20 min | Allpax1, Warentest3 |
| Möhren | 85 °C | 1 h | Allpax1, Warentest3 |
| Kartoffeln, gewürfelt (1 cm) | 85 °C | 1 h 30 min | Allpax1 |
| Eier, wachsweich | 68 °C | 1 h 15 min | Allpax1; in der Schale |
| Ochsenbacken | 68 °C | 24 bis 48 h | Warentest2, Allpax1 |
Die Sicherheitsgrenzen
Sous-vide hat einen Haken: Bei den teils niedrigen Temperaturen sterben nicht alle Krankheitserreger zuverlässig ab.2 Diese Regeln stehen deshalb über jeder Tabelle:
- Geflügel: 70 °C an allen Stellen für zwei Minuten5 – oder 65 °C für mindestens 60 Minuten (knochenlose Stücke bis 2,5 cm)4 und danach rundum scharf anbraten.2 Anbraten allein genügt nicht.
- Schwein: lieber 65 °C als 55 °C. In der Studie des Thüringer Landesamts reichten 55 °C für eine Stunde bei Schwein, Huhn und Lamm nicht zuverlässig, 65 °C für eine Stunde schon.4
- Unter 60 °C nicht länger als 4 Stunden (Allpax).1 Zwischen 10 und 60 °C vermehren sich die meisten Bakterien.5
- Risikogruppen: Schwangere, kleine Kinder, ältere und abwehrgeschwächte Menschen sollten niedrig gegartes Fleisch meiden.25
- Aufwärmen: Vorgegartes vor dem Essen auf mindestens 70 °C für zwei Minuten an allen Stellen erhitzen, wenn du es nicht sofort isst – so empfiehlt es das BfR für Speisen allgemein.5
- Hackfleisch führen wir hier bewusst nicht auf. Einige Herstellertabellen nennen für Burger „rare“ 52 °C1 – das ist uns zu niedrig. Laut einem Lebensmittelmikrobiologen sitzen Keime überwiegend an der Oberfläche des Fleisches;2 beim Hackfleisch ist diese Oberfläche durch das ganze Stück verteilt.
Mehr dazu, auch zum Abkühlen und Einfrieren, steht in Ist Sous-vide sicher?.
Was du dafür brauchst
Einen Garer, der die Temperatur genau hält. Welche Sticks heute noch lieferbar sind, zeigt der Sous-vide-Stick-Vergleich. Einen Vakuumierer brauchst du nicht unbedingt – wie es ohne geht, steht in Sous-vide ohne Vakuumierer.
Quellen
- Gartabellen für das Sous-Vide-Garen (Allpax, PDF) — Allpax
- Sous vide: Vakuumgaren im Wasserbad – so geht‘s — Stiftung Warentest
- Sous vide: Sous-vide-Garen – eine kleine Anleitung — Stiftung Warentest
- Sous vide – dangerous lifestyle or safe food? — Journal of Food Safety and Food Quality (Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz, BfR)
- Lebensmittelinfektionen im Privathaushalt: Quellen erkennen, Risiken vermeiden — Bundesinstitut für Risikobewertung